Wie alt werden Erdbeeren?

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Der Artikel beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, welche Arbeiten man altersabhängig bei der Pflege von Erdbeeren zu erfüllen hat, um deren Blüh- und Fruchtfreudigkeit zu maximieren. Im Allgemeinen gilt, wenn man Erdbeerpflanzen neu setzt bzw. aussät, dann kann man im folgenden Jahr die ersten Früchte ernten. Pflanzen, die älter als zwei, vielleicht drei Jahre sind, verlieren rasch an Ergiebigkeit.

 

Allgemein Wissenswertes über Erdbeeren

Die modernen Sorten der Garten-Erdbeere stammen nicht von den wilden Wald-Erdbeeren ab. Sie entstammen Kreuzungen der Chile-Erdbeere mit der nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere, die etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt wurden. Diese damalige Weltneuheit verbreitete sich sehr schnell in Europa und wurde bald als Ananas-Erdbeere bezeichnet (Fragaria x ananassa). Sie gilt als die Urmutter der heute bekannten Garten-Erdbeeren.
Botanisch gesehen ist die Erdbeere (Fragaria) eine mehrjährige Staude aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und gehört damit zur selben Pflanzenfamilie wie Äpfel, Kirschen, Quitten und viele andere Obstarten. Typisch sind die relativ einfach aufgebauten Blüten mit fünf Blütenblättern. Die Früchte der Erdbeere sind
sogenannte Sammelnussfrüchte, hierbei sind die Samen kleine Nüßchen, die auf der dünnen Schale des Fruchtkörpers sitzen. Möchte man selbst Erdbeerpflanzen aus Samen ziehen, muss man lediglich eine Frucht in der Sonne trocknen, die Nüßchen an der Oberfläche kann man dann nach wenigen Tagen/Wochen mit Wasser und etwas Reiben ausschwemmen und dann trocknen lassen.

Bildquelle: Claudia Hautumm  / pixelio.de

Grundlegende Erdbeer-Sorten

Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Gruppen an Erdbeer-Sorten: die einmaltragenden und die mehrmalstragenden Erdbeeren, sowie die Monats-Erdbeeren.

Die am weitesten verbreiteten und variantenreichsten Erdbeeren sind die einmal tragenden Garten-Erdbeeren. Frühe bis mittelfrühe Sorten sind u.a. 'Senga Sengana', 'Elsanta', 'Korona', 'Polka' und 'Elvira'. Mittelspät bis spät reifende Sorten sind u.a. 'Thuriga', 'Salsa' und 'Symphony'.

Mehrmals tragende Garten-Erdbeeren sind weniger verbreitet. Sie tragen zu Beginn des Sommers (Juni/Juli), sowie erneut nach einer Ruhepause im Spätsommer bzw. Herbst Früchte. Während die erste Ernte oft reichlich ausfällt, erscheinen die späten Früchte nur vereinzelt. Die Erdbeeren sind meistens kleBildquelle342iner, dafür aber aromatischer als die Früchte der einmal tragenden Sorten. Bekannte Sorten sind 'Ostara', 'Selva' und 'Sweetheart'.
Tipp: Große Früchte erhält man nur dann, wenn man die ersten Fruchtreben bereits im Mai sehr stark ausdünnt, so daß pro Trieb nur max. fünf bis sechs Erdbeeren übrig bleiben.

Die dritte Gruppe sind die sogenannten Monats-Erdbeeren, Sie stammen von der heimischen Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) ab und tragen von Mai bis zum ersten Frost immer wieder kleine, sehr aromatische Früchte. Sie lassen sich nur durch Samen effektiv vermehren. Ihre Erträge lassen nach den ersten zwei Jahren recht schnell nach.

Lebenszyklus von Erdbeeren

Erdbeerpflanzen vermehren

Erdbeerpflanzen kann man relativ einfach sowohl durch Samen, als auch durch Ableger vermehren.

  • Samenvermehrung: Die Samen können von Ende Jänner bis Ende April (Bodentemperatur: 16 bis 18 °C) auf der Fensterbank oder im Gewächshaus auf feine Erde ausgebracht werden. Achtung: Erdbeeren sind LICHTKEIMER, daher darf der feine Samen NICHT mit Erde bedeckt werden (fest andrücken und feucht halten). Das Saatgut muß aber gleichmäßig feucht gehalten werden. Dies kann man entweder durch eine Anzucht unter Folie oder unter einem feuchten, dünnen Blatt Papier (Serviette) ermöglichen. Nach dem Aufgehen der Samen sollte man sie ein- bis zweimal pikieren, bevor man sie an den endgültigen Standort ausbringt.
  • Vermehrung durch Ableger (Klonen): Während des Sommers bilden Erdbeeren oberirdische Ranken, an denen sich Ableger bilden. Sobald diese mit der Erde in Verbindung gebracht werden, treiben sie Wurzeln aus und können von nun an als eigenständige Pflanzen verwendet werden. Je nach Art und Standort können diese Ableger unterschiedliche Längen erreichen, so ist ein halber Meter durchwegs möglich. Der Nachteil dieser Rankenbildung ist die damit verbundene Kraftanstrengung für die Mutterpflanze, daher sollte man möglichst frühzeitig und regelmäßig die Ranken schneiden. Um eine möglichst optimale Zucht zu garantieren sucht man sich im Sommer die stärksten (ertragreichsten) Mutterpflanzen aus. Von diesen schneidet man die Ausläufer entweder bei beginnender Wurzelbildung ab und läßt diese in Töpfen mit Anzuchterde anwachsen, oder man gräbt bereits verwurzelte Ausläufer vorsichtig aus und setzt diese an den gewünschten Platz.

Einpflanzen von Erdbeeren

Erdbeerpflanzen werden in der Regel zwischen Juli und August in gut vorbereitete Beete eingepflanzt. Man sollte darauf achten, dass der Boden locker, durchlässig und leicht sauer ist. So gedeihen die Pflanzen am besten, vor allem, wenn sie in der vollen Sonne und etwas windgeschützt stehen. Schwere Böden bergen das Risiko der Wurzelfäule, wodurch sich Krankheiten schnell ausbreiten. Mit Gründüngung (wenn man keine Vorkulturen gezogen hat) und auflockernden Erdarbeiten kann man dies verhindern. Zur Düngung arbeitet man pro Quadratmeter ca. vier bis fünf Liter reifen Kompost und etwa 30 Gramm Hornmehl flach in den Boden ein.

Achtung: Erdbeeren dürfen nicht immer in das gleiche Beet gepflanzt werden, der Boden bzw. Standort muß zumindest alle drei bis vier Jahre gewechselt werden (damit beugt man Bodenschädlingen wie etwa Nematoden vor).
Als Vorkulturen eignen sich Gemüsearten aus der Familie der Schmetterlingsblütler wie Erbsen und Bohnen.

Das Beet sollte ein bis zwei Wochen vor der Bepflanzung umgegraben werden (z.B. mit einer Grabegabel), um die notwendige Lüftung zu erreichen, und dem Boden die Möglichkeit zu geben, sich zu setzen. Die Wurzeln vor dem Einpflanzen kurz in ein Wasserbad tauchen, damit sie mit ausreichend Nässe versorgt werden. Die Wurzelballen der Pflanzen locker in vorbereitete Setzgruben geben und leicht mit Erde anhäufen. Das Herz der Pflanze (die innersten Blätterrosetten) muß sich hierbei an der Erdoberfläche befindet. Nach dem Pflanzen brauchen die jungen Erdbeeren viel Feuchtigkeit.
Um die Früchte vor Fäule zu schützen, empfiehlt es sich, ein Unkrautvlies oder eine Mulchschicht aus Stroh und Sand unter den Früchte tragenden Pflanzen anzulegen.

Pflege von älteren Pflanzen

Den größten Ertrag liefern Erdbeeren im zweiten und dritten Jahr nach deren Pflanzung. Danach sollte man das Beet wechseln und neue Jungpflanzen oder eigene Ableger setzen (siehe dazu mehr weiter oben).
Um möglichst viel Ertrag zu garantieren, benötigen die Pflanzen sehr viel Wasser (es muß aber Staunässe verhindert werden, sobald die Pflanzen Früchte tragen, reduziert man das Gießen!) und zumindest einmal pro Woche die Zugabe von Flüssigdünger.
Unkraut muß rechtzeitig und regelmäßig bekämpft werden, wobei die Triebe der Erdbeere nicht beschädigt werden dürfen. Am besten arbeitet man sich hierbei mit einer scharfen Hacke flach durch die Erde, um die Wurzeln nicht zu beschädigen (zur Unkrautbekämpfung und gleichzeitigen Düngung kann man mit Rasenschnitt mulchen).

  • Das richtige Düngen: Am besten und biologisch nachhaltigsten düngt man mit frischem Mist. Dieser ist aber zur Pflanzzeit schädlich. Ihn gibt man am besten im Herbst des vorangegangenen Jahres ins Beet und arbeitet ihn kräftig ein. Handelsüblicher Dünger (z.B. spezieller Erdbeerdünger) kann während des Sommers auch wöchentlich genutzt werden. Eine Faustregel besagt auch: Ein Drittel des Düngers gibt man vor der Bepflanzung zu, ein Drittel wird im Nachwinter und das letzte Drittel wird kurz vor der Blüte genutzt.
  • Schädlingsbekämpfung: Man kann bereits sehr viel Arbeit vermeiden, wenn man das Beet regelmäßig wechselt, Staunässe vermeidet und das Wasser nicht über die diesbezüglich sehr empfindlichen Blätter laufen lässt. Als Schädlinge sind vor allem die Bodenspinnmilben zu nennen, diese kann man recht einfach und vor allem biologisch mit Raubmilben bekämpfen. Des weiteren sind noch Erdbeerblütenstecher, Erdbeermilben, Maikäfer und Schnecken gefährlich. Bei anhaltend feuchtem Wetter kann es auch vermehrt zu Grauschimmelbefall kommen. In diesen Fällen müssen die befallenen Teile entfernt werden, außerdem ist eine gute Versorgung des Bodens mit Kali vorteilhaft. Damit der Umfang des vorliegenden Artikels nicht gesprengt wird, reicht der Autor in den nächsten Wochen einen detaillierteren Text, der sich primär mit der Schädlingsbekämpfung von Erdbeerpflanzen beschäftigt, nach. Dieser wird dann an dieser Stelle verlinkt.

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